Ankündigung

"Wie Daten am Forschungsprozess mitarbeiten" – NFDI4Culture lädt zur Paneldiskussion während der Jahrestagung der Gesellschaft für Medienwissenschaft in Halle (Saale) ein

Szene from a Film Set

Film Set

"Szene from a Film Set", © Autor:in: Austrian National Library, Besitzer:in: Austrian National Library https://unsplash.com/photos/R7G3kcwuiY4

Im Zeitalter der Digitalisierung ist die medienwissenschaftliche Forschung in zunehmendem Maße sowohl datengetrieben als auch datengenerierend. Medienwissenschaflter:innen arbeiten nicht nur mit Daten anderer, die im Zuge der Entwicklung und Nutzung digitaler Medien und Technologien entstehen, sondern produzieren im Rahmen solcher Arbeitsprozesse selbst Daten. Ähnlich wie bei den Infrastrukturen und Tools, die wir im Fach verwenden, verbleiben die Daten häufig in der Latenz und ihre Rolle im Forschungsprozess wird oftmals nicht genügend reflektiert und ausreichend sichtbar gemacht. Dabei hängt nicht wenig an der Mitwirkung bzw. Mitarbeit von Daten an der medienwissenschaftlichen Forschung. Unabhängig vom Gegenstand scheint die Entwicklung der Medienwissenschaft hin zu einer digitalen Medienwissenschaft voranzuschreiten.

Dies tangiert das Fach und dessen Arbeitsweisen einerseits auf einer praktischen Ebene: Medienwissenschaftler:innen befassen sich durch das Forschungsdatenmanagement zunehmend intensiver mit der Planung, Organisation und Durchführung von Forschungsprojekten, reflektieren rechtliche oder ethische Implikationen der Datenerhebung und -nachnutzung oder bedenken vermehrt die technische Dimension des Forschungsprozesses als Datenlebenszyklus. Andererseits berührt die Gretchen-Frage, wie es die Medienwissenschaft mit den Daten hält, das Fachverständnis auf fundamentale Art und Weise. Aus diesem Grund müssen wir uns zukünftig auch der Frage widmen, was wir als Medienwissenschaftler:innen unter Daten verstehen. Diese, nicht zuletzt durch Johanna Drucker inspirierte, Sichtweise kann als eine Reaktion auf die Veränderung medienwissenschaftlicher Arbeitsweisen durch den Einzug von Daten und digitalen Technologien in eine primär qualitativ arbeitende Geisteswissenschaft gesehen werden, die sich in gesteigertem Maße quantitativen Methoden ausgesetzt sieht, was letztlich auch die medienwissenschaftliche Theoriebildung affiziert.

Vor diesem Hintergrund nimmt NFDI4Culture mit einer Paneldiskussion an der Jahrestagung der Gesellschaft für Medienwissenschaft in Halle (Saale) teil, die sich in diesem Jahr dem Thema "Arbeit" widmet. Moderiert von Prof. Dr. Malte Hagener (Institut für Medienwissenschaft der Philipps-Universität Marburg, Co-Spokesperson der Task Area 6 von NFDI4Culture), wird es in der Paneldiskussion darum gehen, zu thematisieren und zu identifizieren, an welchen Stellen im Forschungsprozess und auf welche Weise Daten an medienwissenschaftlichen Fragestellungen, Methoden, Theorien, Gegenständen und Erkenntnissen eine Rolle spielen. Wie verändert die Arbeit mit und an Daten die Arbeitsweisen im Fach und welche Bedingungen des Arbeitens im Sinne eines "mental workloads" müssen geschaffen werden, um Forschung mit und an Daten auch künftig adäquat leisten zu können?

Im Zuge der Diskussion sollen unterschiedliche Perspektiven zur Sprache kommen: Neben der Beteiligung zweier Arbeitsgruppen der Gesellschaft für Medienwissenschaft (AG Daten und NetzwerkeDr. Marcus Burkhardt, Universität Siegen; AG Medien und Kunst / Kunst und MedienDr. Irene Schütze, Kunsthochschule Mainz) geht es um eine juristische Betrachtung (PD Dr. Dr. Grischka Petri, FIZ Karlsruhe/NFDI4Culture), um medienwissenschaftliche Ansätze (Prof. Dr. Anna Tuschling, Institut für Medienwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum) und um einen Blick aus infrastruktureller Sicht (Dr. Dietmar Kammerer, Institut für Medienwissenschaft der Philipps-Universität Marburg/NFDI4Culture).

Die Paneldiskussion wird in Präsenz am 30.09.2022 von 9:00 Uhr bis 10:30 Uhr (Slot "Mental Workload 2.4") im Hörsaal B im Melanchthonianum, Universitätsplatz 9, 06108 Halle (Saale) stattfinden.