Bericht

Das Forum Medienwissenschaft in NFDI4Culture – Ein Rück- und Ausblick

Aktivität Medienwissenschaft

NFDI4Culture ist ein Konsortium, das sich an den konkreten forschungsdatenbezogenen Bedarfen der beteiligten Fachcommunities orientiert. Eine dieser Communities ist die kulturwissenschaftliche Medienwissenschaft, deren Interessen in NFDI4Culture durch die Gesellschaft für Medienwissenschaft vertreten werden. Die Belange der Forschenden finden auf verschiedenen Wegen im Konsortium Beachtung: Durch die NFDI4Culture-Mitarbeiter:innen, die selbst über entsprechende fachliche Hintergründe verfügen, durch die Vertreter:innen der jeweiligen Fächer im Culture Steering Board des Konsortiums (im Falle der Medienwissenschaft sind dies Prof. Dr. Anna Tuschling und J.-Prof. Dr. Sven Stollfuß) sowie durch die verschiedenen Veranstaltungsformate, wie etwa den Foren und dem Culture Community Plenary, die zum Teil spezifischen Fragen- und Problemkomplexen gewidmet sind.

Darüber hinaus sind im vergangenen Jahr einzelne fachspezifische Initiativen entstanden, die den niedrigschwelligen Austausch zwischen den Fachcommunities und NFDI4Culture sicherstellen möchten. In diesem Kontext hat auch das "Forum Medienwissenschaft in NFDI4Culture" als gemeinsame Initiative von NFDI4Culture, dem medienwissenschaftlichen Fachrepositorium media/rep/ und der Gesellschaft für Medienwissenschaft seine Arbeit aufgenommen. Das Forum ist eine offene und fortlaufende Bottom-Up-Initiative und Austauschplattform, zu der alle Interessierten herzlich eingeladen sind. Verantwortlich für das Forum ist Prof. Dr. Malte Hagener, einer der Co-Sprecher von NFDI4Culture. Ziel ist es, im Rahmen der regelmäßig stattfindenden Treffen des Forums die Diskussion über alle Aspekte des Themas Forschungsdaten im Fach anzuregen und Wissenschaftler:innen in Bezug auf Forschungsdaten mit Angeboten seitens NFDI4Culture und media/rep/ zu unterstützen.

Die ersten beiden Treffen des Forums (via Zoom am 30.04.2021 sowie in Präsenz auf der GfM-Jahrestagung 2021 in Innsbruck) widmeten sich mehreren zentralen Fragen, etwa nach den konkreten Bedarfen des Fachs im Bereich Forschungsdaten (u.a. bezogen auf Projektanträge, Metadaten, Archivierung, Zugang, Beratung, Management), Angeboten von NFDI4Culture und media/rep/ zur Unterstützung Forschender oder der Bündelung bereits bestehender Expertisen in Bezug auf medienwissenschaftliche Forschungsdaten. Die Veranstaltungen zeigten, dass es im Fach zunächst der Abstimmung über grundsätzliche Themen, wie z.B. einem medienwissenschaftlichen Forschungsdatenbegriff, bedarf – bevor im Verlauf weiterführende Fragen sinnvoll in den Blick genommen werden können.

Aus diesem Grund wurde bei einem dritten Treffen am 04.03.2022 (erneut via Zoom) die gemeinsame Arbeit an einem Positionspapier zum medienwissenschaftlichen Datenselbstverständnis aufgenommen. Hierfür soll neben der Modellierung eines für das Fach spezifischen (Forschungs-)Datenbegriffs insbesondere ein strukturelles Bedarfsprofil für ein medienwissenschaftliches Forschungsdatenmanagement erarbeitet werden. Die unterschiedlichen Forschungskomplexe und Arbeitsweisen in der Medienwissenschaft machen einerseits die Reflexion und Spezifikation von Terminologien innerhalb der Logik eines disziplinübergreifenden Forschungsdatenmanagements erforderlich. Andererseits gilt es auch und gerade, die strukturellen Voraussetzungen und fachspezifischen Bedarfsprofile für ein langfristig anzulegendes und auf Standardisierung gerichtetes Forschungsdatenmanagement zu diskutieren und dabei zweckgerichtet wie lösungsorientiert als medienwissenschaftliche Community-Arbeit innerhalb von NFDI4Culture aufzuarbeiten. Alle GfM-Mitglieder und Arbeitsgruppen sind herzlich dazu eingeladen, am Zustandekommen des Positionspapiers mitzuwirken. Die Arbeit daran soll im Herbst 2022 abgeschlossen werden. Interessierte, die sich zukünftig am Forum Medienwissenschaft in NFDI4Culture oder dem Schreibprozess für das Positionspapier beteiligen möchten, können gerne an Dr. Alexander Stark schreiben (alexander.stark@staff.uni-marburg.de).