Sep 30

30. September 2022, deutsch, hybrid

Digitalität in der Theaterwissenschaft?! Forum der AG ARCHIV mit NFDI4Culture

Ankündigungsplakat

"Matters of Urgency" - 15. Kongress der Gesellschaft für Theaterwissenschaft vom 28.9.-1.10.2022

"Ankündigungsplakat", © CC-0, Autor:in: Institut für Theaterwissenschaft, FU Berlin, Besitzer:in: gtw

Die Erforschung theatraler Künste und Praktiken sieht sich im Kontext der Digital Humanities aufgrund ihres Gegenstands vor besonderen Herausforderungen, welche die Zukunft des Faches und seiner Ressourcen betreffen. So wie deren Erhaltung und Nutzung zunehmend von digitalen Infrastrukturen abhängen, müssen auch die Ergebnisse der Forschung digital auffindbar, vernetzt, zugänglich und nachnutzbar sein, um wahrgenommen zu werden. Die Realisierung der dafür gültigen FAIR-Prinzipien wird auch von der DFG bei ihrer Forschungsförderung vorausgesetzt, zu deren Unterstützung seit 2021 die Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) aufgebaut wird. Verglichen mit anderen kunst- und kulturwissenschaftlichen Fächern steckt eine digitale Forschungsdateninfrastruktur der Tanz- und Theaterwissenschaft aber noch in den Anfängen. Die Vielfalt forschungsrelevanter Materialien und Medien wirft grundsätzlich die Frage auf, was unsere Forschungsdaten sind, und verlangt Konzepte, wie diese sich besser digital vernetzt erschließen und gemeinsam nutzen lassen. Dabei kommen den Archiven und Sammlungen Aufgaben zu, für deren technische und rechtliche Umsetzung sie oft nur unzulänglich ausgestattet sind. Mit dem Digitalen geht es daher zugleich um 1.) die Digitalisierung von Objekten und Materialien aller Art; 2.) die methodisch reflektierte Erschließung und Zugänglichmachung standardisierter Daten dazu; 3.) die digitalen Medien, in denen Forschung stattfindet, repräsentiert und diskutiert wird, und 4.) die wachsende Bedeutung von Digitalität in der zeitgenössischen Praxis, einschließlich der Dokumentation von Proben/Aufführungen. Im Forum wollen wir diskutieren, wie es in der Theater- und Tanzwissenschaft zukünftig noch besser gelingen kann, eine vernetzte Infrastruktur für Forschungsdaten und -projekte mit zu gestalten und die entsprechenden Methoden auch in der Lehre zu vermitteln, unter Einbeziehung der Gedächtnisinstitutionen wie auch von Perspektiven der informationstechnischen und künstlerischen Praxis.

Mit:

Dr. Erhard Ertel, Leiter des Medienlabors am Institut für Theaterwissenschaft der HU Berlin (bis 1999) und der FU Berlin (bis 2016), seither Lehraufträge, Arbeits- und Forschungsschwerpunkt: Methoden audiovisueller Theaterdokumentation, u.a. an der Berliner Volksbühne der Ära Castorf (1992-2017).

Jochen Lamb M.A., wissenschaftl. Mitarbeiter am Institut für Film-, Theater-, Medien- und Kulturwissenschaft J. Gutenberg-Universität Mainz, Promotionsstipendiat der Studienstiftung, Forschungsschwerpunkte: Theatertechnik, Politisches Theater, Strukturen digitaler Überwachung, Figuren- und Objekttheater.

Prof. Dr. Andreas Münzmay, Professor für Musikwissenschaft/Digital Humanities Universität Paderborn, Co-Spokesperson TA 6 „Cultural Research Data Academy“ (NFDI4Culture), Forschungsschwerpunkte: Digitale Musikedition, Musik in medialen Kontexten, Musiktheater, Improvisation.

Prof. Dr. Patrick Primavesi, Geschäftsführender Direktor Institut für Theaterwissenschaft Universität Leipzig, Sprecher der AG ARCHIV der gtw, Vorstand Tanzarchiv Leipzig e.V., TA 2 (NFDI4Culture), Forschungsschwerpunkte: Geschichte und Theorie von Theater und Tanz, Archive, Öffentlichkeit.

Dr. Nora Probst, Professorin i.V. für Digital Humanities & Kulturen der Digitalität, Universität Paderborn / Leitung der Abteilung für Digital Humanities der Theaterwiss. Sammlung der Universität zu Köln, Forschungsschwerpunkte: Datenmodellierung, Data Feminism, Wissenschaftsgeschichte.

David Rittershaus M.A., wiss. Mitarbeiter des interdisziplinären Forschungsprojekts Motion Bank, Forschungsschwerpunkte: Digitale Dokumentation von zeitgenöss. Tanz, choreographische Prozesse, Probenethnographie, Sprache im Tanz, Theorie und digitale Tanzforschung.

Prof. Dr. Martin Jörg Schäfer, Professor für Theaterforschung am Institut für Germanistik der Universität Hamburg, Forschungsschwerpunkte: Verhältnisse von Theater und Text, Fiktionen des Politischen, Traditionsbrüche und Krisennarrative.

Franziska Voß M.A., Leiterin Fachinformationsdienst Darstellende Kunst (FID DK) an der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg Frankfurt/Main, Arbeitsschwerpunkte: Digitale Informationsinfrastruktur für die Performing Arts / Sprecherin der AG ARCHIV der gtw.

Link und Passwort auf der Website des Kongresses "MATTERS OF URGENCY"