Ankündigung Award | 02. Dezember 2024

Shortlist des 3. NFDI4Culture Music Award

Von Prof. Dr. Kathrin Kirsch

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3. NFDI4Culture Music Award

3. NFDI4Culture Music Award

"Illustration for the 3rd NFDI4Culture Music Award" CC0 Autor:in: Sarah Pittroff

Die Jury des 3. NFDI4Culture Music Awards hat sich getroffen und ihre Shortlist veröffentlicht

Die Jury des 3. NFDI4Culture Music Awards, bestehend aus Vertreter:innen von NFDI4Culture, der Gesellschaft für Musikforschung (GfM), des Deutschen Musikrats und des Zentrum Musik – Edition – Medien (ZenMEM), ist vergangene Woche zusammengetreten und hat die Einreichungen, die bis zum 09.11.2024 eingegangen sind angeregt diskutiert. Positiv hervorzuheben ist die sorgfältige Auseinandersetzung aller Projekteinreichungen mit den Zielen des Konsortiums hinsichtlich der Stimulierung des Umgangs mit digitalen Forschunsgdaten in der Musikwissenschaft.

Ganz besonders hervorzuheben wünscht die Jury folgende drei Projekte in der NFDI4Culture Music Award Shortlist:

Anke Hofmann, Romy Gildemeister, Ingrid Jach und Elisa Klar (Bibliothek und Archiv HMT Leipzig)

Kulturdaten und Kulturtransfer – das Projekt CARLA als digitale Forschungsumgebung zur Leipziger Konservatoriumsgeschichte 1843–1918

CARLA (Conservatory Archive Records Leipzig with Additions) ist eine Datenbank der Bibliothek und Archiv der HMT Leipzig, die seit September 2024 Personen am Leipziger Konservatorium seit dessen Gründung im Jahr 1843 bis 1918 mit im September 2024 mit entsprechenden Quellen- und Metadaten erschließt. Dadurch werden biografische Daten der internationalen Studierendenschaft, ihre Lehrenden sowie deren unterrichteten Fächer zugänglich. Das abgebildete Netzwerk der ca. 13.000 Personen umfasst die Möglichkeit der Zuordnung von Lehrenden zu ihren Schülerinnen und Schülern, die Darstellung von gemeinsam besuchten „Klassen“ sowie zeitliche, geografische und geschlechtsspezifische Gruppierungen. Das eingereichte Projekt verfolgt Entwicklungen auf zwei Ebenen, nämlich einerseits die Optimierung der Datensätze mit Blick auf Persistenz und RDF-Datenmodellierung und andererseits – und hier liegt das innovative Potential – die Ausrichtung einer Veranstaltung als „Hands-on-Lab ‚Transkription der Studierendenunterlagen im Wikiversum‘“ zur Einbeziehung der interessierten Öffentlichkeit in die Generierung neuer Datensätze für erfolgreiches Crowd Sourcing und die Erweiterung des partizipativen Ansatzes in der Forschung.

Dennis Ried (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg)

Baumann Digital

Anlässlich der „Wiederentdeckung“ der Handschriften (Carl) Ludwig Baumanns entstand im Zuge bzw. im Nachgang mehrerer beteiligter Qualifikationsschriften ein generische MEI-basiertes Werkverzeichnis der Werke Baumanns. Daraus folgte eine intensive Beforschung von Baumanns Schaffen und dessen digitaler Erschließung im Rahmen der Dissertation des Antragstellers. Das Projekt bildet so strukturell ein typisches Beispiel digitaler geisteswissenschaftlicher Forschung, die nicht selten aus spezifischen Interessen verfolgt, aber nicht immer in Großprojekten oder übergeordneten Infrastrukturen so eingebettet sind, dass ein nachhaltiger Betrieb und eine niedrigschwellige Nachnutzung ermöglicht wird. Dennoch konnte das entwickelte Tool bereits ein zweites Mal genutzt werden, nämlich für das Joachim Raff-Archiv (Lachen/SZ, Schweiz) und damit gezeigt werden, dass die Anpassung eines solchen Tools möglich und sinnvoll machbar ist.

Während der Source Code so bereits frei zur Verfügung steht, ist für die Anpassung und Nachnutzung auch für andere Fragestellungen deshalb erschwert weil – wie in vielen Projekten aus Mangel an Ressourcen üblich – eine systematische Dokumentation üblicherweise nicht im engeren Sinne förderfähig ist. Das Projekt möchte eine solche Dokumentation an diesem Beispiel exemplarisch erarbeiten, indem gezielt eine andere als die Person, die den Code erstellt hat, damit beauftragt wird, um Unklarheiten im Prozess gleich mitzubearbeiten.

Tim Eipert und Lucas Hofmann (Universität Würzburg)

Workshop „Nachhaltige Dateninfrastrukturen in der musikwissenschaftlichen Korpusforschung: Formate, Standards und Ziele“

Das vorgeschlagene Workshop-Projekt nimmt sich zum Ziel, die Zugänglichkeit der erfreulicherweise größer werdenden Zahl musikbezogener Datenrepositorien für Korpusstudien in den Blick zu nehmen. Um solche größeren Datensätze uneingeschränkt und für verschiedenste Forschungsfragen auch zukünftig verfügbar zu halten, wird derzeit mit GitHub oftmals eine von Microsoft letztlich abhängige Plattform genutzt. Zukünftige unabhängige Infrastrukturen müssen mit Blick auf die Korpusstudies mehr Kooperation innerhalb der Musikforschung, gemeinsame interdisziplinäre Projekte und einheitliche Formate und Standards innerhalb der Community anstreben. Im Rahmen des Workshops soll ein Konzeptpapier für Nachhaltigkeit in der musikwissenschaftlichen Korpusforschung erarbeitet und u.a. in der NFDI4Culture Knowledge Base veröffentlicht werden.

Der oder die Gewinner:in wird am 06.12.2024 bekannt gegeben.