NFDI4Culture Community Musikwissenschaft

Die musikwissenschaftlichen Communities erzeugen mit verschiedenen Methoden Daten zu materiellen und immateriellen Kulturgütern. Diese erstrecken sich von der musikalischen Praxis in verschiedenen Kontexten, über Instrumente, die Rezeption und Wahrnehmung von Musik bis hin zu Notentexten und musiktheoretischen Analysen. Sowohl für den Bereich der qualitativen als auch der quantitativen Forschung sind standardisierte, anschlussfähige Formate für Daten und Metadaten zentral, um die Qualität der erhobenen Daten gewährleisten zu können. Standards im Umgang mit Forschungsdaten (z. B. die Verknüpfung von Entitäten mit entsprechenden Normdaten, die Verwendung von Ontologien und kontrollierten Vokabularen) und Qualitätsmerkmale (z. B. Versionierung und Lizenzierung) tragen dazu bei, Forschungsergebnisse sichtbar und nachnutzbar publizieren und in Beziehung zueinander setzen zu können.

In zahlreichen Projekten entstehen Daten, die Urheber- und Verwertungsrechten unterliegen oder aus sensiblen Kontexten stammen; dies erfordert technisch wie rechtlich ein flexibles Rechtemanagement, wobei hier zwischen größtmöglicher Offenheit und ethisch-rechtlichen Grundsätzen abgewogen werden muss. Forschungsdaten und -ergebnisse aus musikwissenschaftlichen Projekten werden in der Kulturlandschaft auch künstlerisch oder ökonomisch nachgenutzt, zugleich ist diese Kulturlandschaft selbst zentraler  Forschungsgegenstand. Der musikalische Aufführungsbetrieb, die Musikproduktion und das Verlagswesen, aber auch Museen und Archive sind auf diese Weise eng mit musikwissenschaftlicher Forschung verzahnt.

Die Digitale Musikwissenschaft bedient sich digitaler Methoden und Werkzeuge und entwickelt diese weiter, wie  z. B. Formate für Musikcodierung (MEI, MPM, etc.) und deren Rendering, Analysen im Music Information Retrieval oder Verfahren zur Optical Music Recognition auf Basis maschinellen Lernens. Aus diesen Möglichkeiten ergibt sich ein großes Potential an Forschungsansätzen, gerade auch im Hinblick auf die Vernetzung größerer (Forschungs-)Datenkorpora  wie z. B. im Répertoire International des Sources Musicales, in musiconn.performance, dem Musical Instrument Museums Online oder der Cantus Database.

 

Digital Humanities Musikwissenschaft

User Story 02

Als Musikwissenschaftlerin möchte ich musikalische Quellen annotieren (mit Text, ggf. auch wiederum mit Musiknotation), um sie weiter zu analysieren. Dabei stellt sich mir die Frage, ob ich hinreichend annotieren kann, ob ich alle Standards kenne und auf dem aktuellsten Stand von MEI bin. Ebenso taucht zwischenzeitlich die Frage auf, ob ich die vorhandenen Standards für passend halte -- meine Ideen zur Verbesserung möchte ich zentral und leicht zugänglich äußern können. Da ich auch in die Lehre eingebunden bin, möchte ich Kompetenz zu dieser Analyse an meine Studierenden so weitergeben, dass diese diese Fähigkeiten anwenden können.
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Als Editor einer Musikedition möchte ich eine MEI-basierte Notenausgabe erstellen und verschiedene Versionen verschieden lange zugänglich halten, um a) Entscheidungen erst später zu treffen und/oder b) Entscheidungen nachvollziehbar zu halten.

(vgl. DFG-­Empfehlung 7 zur „Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis“, S. 21 f.)

Kunstgeschichte Digital Humanities Musikwissenschaft

User Story 05

Als Leiterin der Digitalisierungsabteilung des kunsthistorischen Instituts inventarisiere ich unseren Sammlungsbestand. Außerdem werden digitale Abbildungen von Objekten im Auftrag der assoziierten Forschenden erstellt. Ich möchte mich über die enge Zusammenarbeit mit der UB hinaus mit der Fachcommunity über aktuelle Entwicklungen der Standardentwicklung vernetzen, um unseren Datenbestand im höchsten Maße anschlussfähig zu halten. Um diese Inventarisierung durchführen zu können, benötige ich qualifizierte Mitarbeitende (reguläre Mitarbeitende und Hilfskräfte). Ich muss entsprechend Kompetenzen weitergeben und entwickeln und benötige dafür passende Schulungsformate, die zum Aufgabenbereich passen. Ich möchte diese Bedarfe an zentraler Stelle artikulieren können.
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Als Projektleiter einer digitalen Edition musikalischer Werke möchte ich die bei der Digitalisierung der zu Grunde liegenden Quellen entstehenden Bilddaten langzeitverfügbar aufbewahren. Meine Mitarbeitenden benötigen passgenaue, qualitätsgesicherte Fortbildungen zu Langzeitverfügbarkeit von Bilddaten musikalischer Werke.

Kunstgeschichte Tanzwissenschaft Digital Humanities Medienwissenschaft Musikwissenschaft Theaterwissenschaft

User Story 07

Als Musikethnologin bin ich verantwortlich, während meiner Forschung entstandene Audio-/Videodateien (resp. -Korpora) gemäß den vorher verabredeten rechtlichen Vereinbarungen zugänglich zu halten. Da ich auch in die Lehre eingebunden bin, möchte ich Kompetenz zu dieser Analyse an meine Studierenden so weitergeben, dass diese diese Fähigkeiten anwenden können.
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Als Kustodin der zeitgenössischen Sammlung eines großen Museums möchte ich das Konvolut Video-Art und die Dokumentation der Performances für die Forschung zugänglich machen.

Digital Humanities Musikwissenschaft

User Story 14

Als Promovendin der Musikwissenschaft (Thema u.a. Presseberichterstattung zu Aufführungen des Freundeskreises zeitgenössischer Musik Glarus) habe ich in einem Aufsatz über die Presseberichterstattung zu musikalischen Aufführungen anderer Kontexte den Hinweis auf ein diesen Erkenntnissen zugrunde liegendes Forschungsdatenset gefunden. Neugierig, wie es aufgebaut ist, ob ich es inhaltlich oder methodisch für meine eigene Forschung nutzen kann, recherchiere ich es und finde es in einem Repositorium. Nachdem ich das mir zunächst unbekannte Datenformat mit Hilfe eines Kollegen öffnen könnte, kann ich die Daten nun allerdings nicht interpretieren.

Architektur Kunstgeschichte Tanzwissenschaft Digital Humanities Medienwissenschaft Musikwissenschaft Theaterwissenschaft

User Story 25

Als Wikimedianer freue ich mich, an der digitalen kulturellen Allmende mitzuwirken und habe schon viele Edits auf Wikipediaseiten zu Kulturerbe gemacht und Bilder bei WM Commons zur freien Nutzung zur Verfügung gestellt. Auch bei Crowdsourcingprojekten der Europeana wie z.B. zum Annotieren von Bildern aus dem 1. Weltkrieg, habe ich des öfteren mitgewirkt. Besonders interessiert es mich, mein Spezialwissen zu korinthischen Tempeln an den verschiedenen digitalen Objekten zur Verfügung zu stellen, wobei es mich freut, wenn dieses Wissen menschen- und maschinenlesbar auch im Forschungskontext nachgenutzt werden und ich damit einen Beitrag zur Hebung des allgemeinen Wissensstandes in diesem Gebiet leisten kann.

Mitglieder des NFDI4Culture Steering Board Vertretung der Community

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Paul Tillmann Haas

International Association of Music Libraries and Documentation Centres, Deutschland

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Prof. Dr. Kathrin Kirsch

Gesellschaft für Musikforschung

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Dominik Leipold, M.Sc. M.A.

Gesellschaft für Musikforschung